Die Schlachtschwertierer von Horn
Die „Schlachtschwertierer“ sind das Ehrenrott der Stadt Horn in Lippe von 1544 e.V. und führen ihre Tradition auf eine Sage aus dem späten 15. Jahrhundert zurück.
Der Überlieferung nach geriet Graf Bernhard zur Lippe um 1485 in eine Fehde mit Herzog Wilhelm von Braunschweig und wurde auf die Burg Calenberg gebracht. Das geforderte Lösegeld von 200.000 Gulden war für die damalige Zeit unerschwinglich.
Daraufhin beschlossen die Bürger aus Horn, ihren Grafen zu befreien. Unter der Führung der Ritter Carl von Blomberg und Hans von Hammerstein zogen sie bewaffnet zur Burg, erstürmten sie und schlugen mit einem Hammer die Kerkertür ein. Graf Bernhard war frei.
Als Beute brachten die Horner die Burgglocke, Schwerter, Harnische und Kettenhemden mit zurück in ihre Stadt. Aus Dankbarkeit sicherte Graf Bernhard den Bürgern zahlreiche Freiheiten zu – darunter das Recht, alles im Sturm gefallene Holz aus den gräflichen Waldungen zu nutzen.
Die 16 Schwerter
Die Schwerter der Schlachtschwertierer werden als Biedenhänder (Zweihänder) oder „Schlachtschwerter“ bezeichnet. Jedes der 16 Schwerter ist etwa 2 Meter lang und verfügt über weitgeschweifte, verzierte Bügel am Griff
Die Träger dieser Waffen wurden „Herren des langen Schwertes“ oder „Schlachtschwertierer“ genannt. Heute besteht das Rott u.a. aus 16 Schwertträgern, einem Hammerträger (als Erinnerung an den eingeschlagenen Kerkertür-Hammer) und einem Grafen. Geführt wird das Rott durch einen Hauptmann und Rottmeister. Schildträger und Trommler/Trommlerinnen vervollständigen das Rott der Schlachtschwertierer.
Die Kettenhemden
Die Kettenhemden (auch Ringpanzer oder Panzerhemden genannt) bestehen aus zahlreichen ineinander verflochtenen Metallringen. Sie boten im Mittelalter sehr guten Schutz gegen Hiebe und Stiche von Klingenwaffen wie Schwertern.
Neben ihrem praktischen Nutzen als Schutzkleidung symbolisierten Kettenhemden auch Wohlstand und gesellschaftlichen Status ihres Trägers. Die heute von den Schlachtschwertierern getragenen Kettenhemden sollen aus der Zeit der Grafenbefreiung stammen – was historisch nicht eindeutig belegt ist.
Die originalen Zweihandschwerter und die historischen Ringpanzerhemden gehören heute zu den bedeutendsten Exponaten des Burgmuseums. Durch die Pflege und Präsentation dieser Originalstücke bewahrt der Heimatverein Horn u.a. auch das Erbe der Horner Schlachtschwertierer.
Heutige Bedeutung
Die Schlachtschwertierer bilden das Vorzeigerott der Schützengesellschaft und haben repräsentative Aufgaben, darunter das Begleiten der Fahne. Sie treten bei festlichen Veranstaltungen der Stadt Horn auf, tragen ihre Tracht bei Schützenumzügen und bei den alle drei Jahre stattfindenden Schützenfest der SG Horn